Warum nicht alles von mir Das Auditorium der Bella Molinara Cabinet Preis
Eine schöne Müllerin

Kurz vor der Semesterpause boten Professor Könning, alias Tobias Wollner, und sein eifriger Assistent (Tabea Wollner) den Teilnehmern am Kurs "Studieren mit 50" eine Vorlesung zur Geschichte von Franz Schuberts "Schönen Müllerin" an. Und was das nicht nur Senioren-Publikum da im Hörsaal Feuerwache serviert bekam, war überraschendes von der "Forelle Müllerin Art" über das Moulin-Rouge bis hin zur Hip-Hop-Variante des schubertschen Liedzyklus. Angefangen habe alles in Ägypten, wo ein gewisser Wilhelm Müller die Wurzeln entdeckte, so der Professor. Dann wandelte sich die Müllerin-Idee von spätmittelalterlichen Madrigalen aus Italien durch den Einfluss der Naturvölker zur erzgebirgschen Variante um das Bächlein. In Ungeduld wurden Hip-Hop-Elemente enttarnt und auch das politische Lied nahm durch die FDJ-Singebewegung Einfluss auf die "Schöne Müllerin". In "Die Flut" beobachtete der Professor Farbenspiel und Inspiration. Folkloristische Aspekte brachte die ukrainische Facharbeiterin für Mehlverarbeitung in die Vorlesung. Die Tanzeinlage des Assistenten Am Feierabend offenbarte eine ganz neue Sichtweise. Und etwas Mystik umgab das Phantom der Mühle. Immer wieder führten Professor Könning und sein Assistent das Studentenpublikum durch praktische Übungen in die Thematik der "Schönen Müllerin" ein. Und ein ums andere Mal konnte das Publikum die enorme Wandlungsfähigkeit der Wollner-Geschwister erleben, die dem Gelehrten-Duo Leben einhauchten. Sie begeisterten ihre "Hörerschaft" nicht nur durch ihr musikalisches und sängerisches Können, sondern auch durch ihre schauspielerischen Parts und vor allem komödiantischen Einlagen in diesem spritzig-witzigem Programm.
Ines Perl
[zurück]

Bärtige Jungfrau

Ein junger Müllersbursch wandert, trifft eine schöne Müllerin, die ihm das Herz bricht, und setzt seinem Leben im Mühlenbach ein Ende. Das ist der Stoff aus dem man 17-teilige Liederzyklen schreibt, so man Schubert heißt und Romantiker war. Singen muss das Dietrich Fischer-Dieskau. Oder die Geschwister Wollner nehmen sich des Liederreigens an. Im Grünen Salon der Volksbühne zelebrieren sie den musikhistorischen Rundumschlag, entdecken die ersten Spuren der Schönen Müllerin auf altägyptischem Papyros, weitere im italienischen Madrigal des 16. Jahrhunderts, bis hinein in den Vorstadt- Rap Frankfurter Jugendlicher (wieder morgen, 20 Uhr). Das wird auch deshalb nicht zum Kahlschlag, weil die Wollners nicht nur exzellente Musiker sind, sondern ihre Schubert- Parodie in einer höchst vergnüglichen Vorlesung verpacken. "Das Auditorium der Bella Molinara". Tobias Wollner gibt den eitlen Professor, seine Schwester Tabea den ewigen Assistenten Silvio. An das Publikum werden Thesenpapiere verteilt. Professor König flüchtet zwischen den Liedern ab und an in kluge, aber langatmige Abhandlungen. Da unterhält ein Blick auf Silvios stummes Leiden, der beständig kleine Frondienste für seinen Doktorvater erledigen muss, wie Wasser holen oder Bleistifte spitzen, um sich dann wieder auf seinem viel zu kleinen Stühlchen zusammenzufalten. Ein Ziegenbart stoppelt auf den Wangen des Leidenden und wird auch für den Kurzauftritt einer ukrainischen Kolchos-Arbeiterin nicht abgenommen. Tabea Wollners Figuren sind allesamt lächerliche, ins Absurde getriebene Gestalten, umso größer dann der Kontrast, wenn sie zu singen beginnt. Ihre tiefe, volle Stimme vibriert durch den Grünen Salon, das Lachen verstummt, und Fischer Dieskau hat Konkurrenz bekommen.
Ruth Ciesinger Tagesspiegel vom 21.09.2001, Seite 27
[zurück]

Schubert im Lichte neuester Forschung
Geschwister Wollner im Grünen Salon der Volksbühne

Es war einmal ein Student, der hatte einen Traum: Ihm träumte, er sitze in einer Vorlesung und kämpfe gegen einen übermächtigen Feind: die bleierne Müdigkeit, die schwer auf seine Augenlider drückt. Plötzlich aber tritt der Professor vor sein Pult und beginnt, die historischen Vorgänge seiner Darlegung spielerisch zu illustrieren. Durch die weit geöffnete Tür treten weitere kostümierte Akteure. Der Student ist begeistert- und erwacht. Und schickt sich schweren Herzens an, einen neuen Tag in den Mühlen des Wissenschaftsbetriebes zu absolvieren. Doch während unser Student irgendwann alle Hoffnung begraben hat, bietet sich Ihnen jetzt die Gelegenheit, eine Vorlesung der erträumten Art zu besuchen. Zwar richtet sich die Veranstaltung an Lernwillige über Fünfzig, doch sollten sich auch jüngere Interessenten nicht scheuen, sich unauffällig unter die Zuhörer zu mischen. Unter dem Titel "Das Auditorium der Bella Molinara" widmet sich Professor Kurt König im Grünen Salon der Volksbühne dem 1823 entstandenen Liederzyklus "Die schöne Müllerin" von Franz Schubert. Im behaglichen Ambiente der zwanziger Jahre verkündet der verehrte Wissenschaftler, unterstützt von seinem Assistenten Silvio, erstaunliche Neuigkeiten. Während des Streifzuges durch die Müllerinnen- Geschichte wird schnell offenbar: Der Vortrag der beiden Protagonisten zeugt von hoher Musikalität. Das ist erklärlich, haben Tabea und Tobias Wollner, wie die Forscher mit bürgerlichem Namen heißen, doch eine Ausbildung zum C-Kantor sowie gesangs- und Klavierstudien absolviert. Seit 1995 treten die Geschwister gemeinsam auf. Mit ihrer neuen Produktion präsentieren sie bereits ihr viertes Programm, welches sie nach knapp zweijähriger Berlin- Abstinenz erstmals in der Hauptstadt zeigen. Der bärtige Tobias Wollner, dessen Glatze von einem Haarkranz verziert wird, mimt den distinguierten Professor König. Tritt der abgeklärte Intellektuelle vor sein Katheder und schwenkt lässig seine Brille, während er einige Bemerkungen zu seiner Person fallenläßt, werden unwillkürlich Erinnerungen an eigene Studientage wach. Verkündet er in gelangweilt-vertraulichem Tonfall: "Das kann ich mir durchaus als Prüfungsthema vorstellen", vermag man sich gar einer gewissen Unruhe nicht zu erwehren. Dem Wissenschaftler zur Seite steht Tabea Wollner als devoter Assistent Silvio, der die Launen und Sticheleien seines Idols ergeben trägt. Daneben verkörpert Tabea Wollner eine Reihe weiterer Figuren, in die sie sich blitzschnell verwandelt. So mimt sie mal ein altes ukrainisches Mütterchen, das als Facharbeiterin für Mehlverarbeitung auf einem Kolchos lebte, mal eine exzentrische Kammersängerin, die geschmeichelt von ihren Plänen berichtet, die Rolle von Dietrich Fischer Dieskau in "Fischers Fritze" zu übernehmen. Während einige Szenen die Personen und Handlungen auf witzige Weise ironisieren und persiflieren, können sich andere Passagen einer übertriebenen Darstellung nicht erwehren. So dass der Auftritt eines Archäologen oder die tänzerische Umsetzung von Schuberts "Feierabend" in Gefahr gerät, in oberflächlichen Klamauk abzugleiten. Die musikalische Präsenz der Wollners, die ihren wechselseitigen Gesang auf dem Flügel oder der Gitarre begleiten, lässt diese Schwächen jedoch vergessen. Auf virtuose Weise bringen die Geschwister nicht nur verschiedene Schubertsche Lieder zu Gehör, sondern lassen auch politische Müllerinnen- Songs wie "Karl der Käfer wurde nicht gefragt" oder russische Melodien erklingen. Selbstverständlich gilt ihr wissenschaftliches Interesse auch dem Einfluss des klassisch- romantischen Liedgutes auf die heutige Jugend. Studien in Frankfurt am Main ergeben, dass die Musik keinen Eindruck bei der Nachwuchsgeneration hinterlässt, der Text jedoch in eine eigene Form des A-cappella-Gesangs eingebettet wird. Ein Höhepunkt des Programms: das Lied "Ungeduld", das erst in der Schubertschen Variante und anschließend in mitreißendem Sprechgesang vorgetragen wird. Eine Rap- Nummer, bei der auch der beherrschte Professor in Begeisterung gerät- weshalb selbst ein aggressives "Hey, fuck you" zwischen den Zeilen nicht fehlt.
Lydia Nehring FAZ, 22.09.2001
[zurück]

Warum nicht alles von mir!
Eine Marlene Dietrich Biographie in Liedern

"Ich bin die fesche Lola", "von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt". Marlene Dietrich, die Tochter eines preußischen Polizeioffiziers, absolviert das Max-Reinhard-Seminar, spielt in Berlin Theater und Kabarett, bis der junge Hollywood-Regisseur Josef von Sternberg ein Auge auf sie wirft und die pummelige Schauspielerin für seinen Film "Der blaue Engel" engagiert, die fesche Lola mit den langen Beinen, auf der Tonne sitzend: "Nimm dich in acht vor blonden Frau'n!" A Star, der Mythos Marlene, was born. Die Dietrich folgt ihrem Schöpfer in die USA, muß abspecken, macht eine Weltkarriere. Ihre Erscheinung fasziniert, ob revolutionär in Frack und Zylinder oder im transparenten Glitzerkleid, ihre androgyne Ausstrahlung begeistert Frauen wie Männer... umschwirr'n sie wie Motten das Licht. Die glamouröse Diva wird zum Idol der sich emanzipierenden Frauen zwischen den Weltkriegen, engagiert sich als Antifaschistin politisch, singt als Truppenbetreuerin für amerikanische Soldaten. "Ich hab noch einen Koffer in Berlin": 1960 reist sie zum ersten Mal wieder nach Deutschland...

Tabea & Tobias Wollner stellen in ihrem faszinierendem Abend glücklicherweise Marlene nicht auf die Bühne, sondern haben ihren eigenen Zugang zu den Liedern und dem Leben der Dietrich gefunden. Die grazile Kontra-Altistin Tabea singt mit tiefem Timbre und viel Expressivität, mal melancholisch sanft, mal rotzig lasziv, die populären Songs, am Klavier exzellent begleitet vom distinguierten Tobias. Seit 1995 treten die Geschwister, übrigens beide studierte Musiker, mit ihren außergewöhnlichen Chansonsprogrammen auf, in denen ihnen immer wieder das Bravourstück gelingt, ihren eigenwilligen Blick auf das Genre zu werfen. "Wenn ich mir was wünschen dürfte"? Mehr davon [zurück]

Chansonprogramm von Tabea und Tobias Wollner
Tolles Ständchen zum Jubiläum der Bibliothek

Weil es guter Brauch ist in dieser als Bibliothek sonst eher stillen Einrichtung, dass sie in regelmäßigen Abständen auch klingend in Erscheinung tritt, war der Abend im Cafe "Eselsohr" der lebendigen Musik gewidmet. Tabea und Tobias Wollner stellten im drangvollen Lesecafé ihr neuestes Programm "Warum nicht alles von mir" vor, das mit großem Interesse und Spannung erwartet wurde. "Eine Marlene- D.- Biographie in Liedern" heißt es im Untertitel und wer die Geschwister Wollner kennt, musste neugierig sein. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Tabea Wollner sang, sprach und spielte, von Tobias Wollner am Klavier begleitet und assistiert, Lieder und Chansons, Texte und Schlager, die den Lebensweg der Marlene Dietrich nachzeichneten. "Berlin bleibt doch Berlin"- das Motto des ersten Abschnitts brachte eine reihe nicht nur durch die Dietrich bekannte Berlin-Chansons, angefangen mit "Ich hab noch einen Koffer in Berlin". Tabea Wollner, hier ganz Dame und eindrucksvolle Diseuse, vermied es in irgendeiner Weise, Marlene Dietrich zu kopieren. Sie fand ihren eigenen, unverwechselbaren Stil, insbesondere dadurch, dass sie ihr eigentümliches schönes Timbre sehr wandlungsfähig einsetzte und vom gesprochenen, ja gehauchten Wort bis zu großem fließenden Ton Gefühle auszudrücken verstand. Sehr schön, wie sie die zum teil sehr bekannten Lieder wirklich neu erfand, Akzente setzte, die überraschten, die ebenso amüsieren konnten wie sie auch nachdenklich und traurig machten. Auch aus dem wohl berühmtesten Dietrich- Lied "ich bin von Kopf bis Fuß" haben T & T Wollner ein überraschend neues Lied gemacht, mit etwas Melancholie und einer großen Portion Ironie. Gutes Omen zum Geburtstag Marlene Dietrichs Weg über Hollywood, ihr amerikanischer Traum und ihr Heimweh wurden nachgezeichnet und die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Schlager dieser Zeit waren, wenn sie es nicht schon immer gewesen sind, Antikriegslieder, satirisch und traurig, böse und sehnsuchtsvoll. Eindrucksvoll und besonders in diesem Abschnitt die berühmte "Lilly Marlen" Dann noch einmal Berlin in Liedern. "Ich bin ein Vamp" hat Tabea Wollner wirklich ganz großartig gesungen, so etwas muss man gehört und gesehen haben. Und jetzt kam auch "sag mir, wo die Blumen sind" auch die eigene Interpretation aus Sprechen und Gesang, die viel Nachdenklichkeit und Teilnahme zeigt. Für den letzten Lebensabschnitt der Dietrich in Paris fanden die Wollners einige neue Lieder und zum Abschluss dann "Nimm doch alles von mir, warum nicht alles von mir", Metapher für einen Lebensweg, der neben Glanz und Ruhm auch so viele Tiefen und Enttäuschungen hatte. Die Wollners haben nichts weggelassen. Ein vollkommen gelungenes Programm in dem alles stimmte, die Auswahl wunderbarer Lieder, der eindrucksvolle Gesang von Tabea, die Intensität des emotionalen Ausdrucks und der dramaturgisch genau und klug aufgebaute Ablauf. Mit diesem Programm gehört das Duo T & T Wollner endgültig zur Spitzenklasse des Chansons in Deutschland. Und für die Musikbibliothek kann es nichts anderes als ein sehr gutes Omen sein, ein solches Geburtstagsständchen zu bekommen. Liane Bornholdt [zurück]

Cabinet-Preis 2002

Im Rahmen der Lachmesse 2002 wurde am 6. Oktober in der Leipziger "Moritzbastei" der Cabinet-Preis zur Förderung der ostdeutschen Kleinkunst verliehen. Er ist mit je 2.500 Euro dotiert. Erstmals waren neben Kabarett auch Genres wie Comedy, Varieté und Musikkabarett einbezogen. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass die Genre-Grenzen fließend geworden sind. André Kudernatsch, Meigl Hoffmann und Karsten Wolf, Tabea und Tobias Wollner
Erstmals nicht nur Kabarett Im Rahmen der Lachmesse 2002 wurde zum vierten Mal der Cabinet-Preis zur Förderung der ostdeutschen Kleinkunst verliehen. Der im Jahre 1999 von der Zigarettenmarke gleichen Namens in Kooperation mit der "Leipziger Lachmesse" und dem Satiremagazin "Eulenspiegel" zur Kabarettförderung ins Leben gerufene Preis richtete sich in diesem Jahr erstmals an alle Kleinkunst-Schaffenden und wurde in den Kategorien Kabarett, Musik und Comedy verliehen. Der Preis ist mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Bei der Verleihung am 6. Oktober präsentierten die Preisträger Ausschnitte ihrer prämierten Programme.
Der Cabinet-Preis in der Kategorie Kabarett ging an Meigl Hoffmann und Karsten Wolf aus Leipzig. Beide wurden für ihr Otto-Reutter-Programm "Lass Dir bloß die Nase ändern" ausgezeichnet (Regie Martin Verges). In der Kategorie Comedy wurde André Kudernatsch aus Erfurt ausgezeichnet. Der Talk-Master erhält den Preis für seine Pop-Talkshow "Kudernatschs Kautsch". In der Kategorie Musik erhalten Tobias und Tabea Wollner aus Berlin und Magdeburg den Cabinet-Preis für ihr Programm "Das Auditorium der Bella Molinara".
Eine unabhängige Fachjury suchte in allen Kategorien nach Künstlern, die durch das Verlassen ausgetretener Wege auffallen und die mit Mut zu ungewöhnlichen, neuen und frechen Spielformen ihr Publikum begeistern.
Die Jury setzte sich zusammen aus Harald Pfeifer (freier Journalist, Leipzig), Gerd Dehnel (Musikredakteur, "Das Magazin", Berlin), Bert Hähne (Chefredakteur des Stadtmagazins "Blitz", Leipzig) und Anke Hohmeister (Kulturredakteurin, "events", Potsdam).
Und so begründete die Jury ihre Entscheidungen:

Meigl Hoffmann - Preisträger in der Kategorie Kabarett Bei Lichte betrachtet, sieht der Leipziger Kleinkunst-Chaot Meigl Hoffmann schon aus wie Otto Reutter. Und die Nase muss er sich, wenn überhaupt, nur wenig verändern lassen. Wenn er auf der Bühne im vollen Putz steht, ist man versucht zu denken: Ist das der Meister höchstpersönlich? Aber der ist ja am 3. M&aaml;rz 1931 gestorben. Hoffmann interpretiert unbekümmert, als hätte es die Heerscharen von Brettlhelden, die auf den Trittbrettern der einst populären Reutterschen Couplés gesurft sind, einfach nicht gegeben. Und die singt Hoffmann nicht nur mit einem entwaffnend schlitzohrigen Charme, er skizziert auch in Zwischentexten den Menschen Otto Reutter knapp doch lebendig. Damit ist es ihm gelungen, ein längst ausgelaugtes oder gar vergessenes Kapitel deutscher Kleinkunst gegenwärtig werden zu lassen. Ein Zeichen, dass sich Fleiß und Disziplin gepaart mit Talent doch lohnen.

André Kudrnatsch - Preisträger in der Kategorie Comedy Ein großer Meister der Bühne ist André Kudernatsch nicht, aber er meistert, wenn er schon mal auf ihr steht, dennoch alle Situationen. Freilich auf seine Weise. Und die besteht darin, das Große klein und das Kleine groß zu machen, aber auch in seiner Vorliebe, andere mit seinen Bemerkungen und Fragen zu necken. Am Ende überzieht er alles mit seiner freundlichen Ironie. Damit entsteht eine verunsichernde Atmosphäre, in der sich leichter Spott und Heiterkeit verbinden. Bei Kudernatsch geht manches drunter und drüber. Man könnte ihn als Zufallsgenerator in der Szenerie seiner Show bezeichnen. Nonsens und Dadaismus stehen da Spalier, und nicht selten muss auch der Talkmeister hier und da Nehmerqualitäten zeigen. Auf Kudernatschs Kautsch ist immer alles möglich. Auf ihr haben selbst die Talkgäste eine Chance. So ist die Kautsch ein probates Mittel gegen die Eitelkeit aller Beteiligten. Ein spannendes Durcheinander - kein Kuddelmuddel, kein Kauderwelsch - ein echtes Kudernatsch.

Tabea und Tobias Wollner - Preisträger in der Kategorie Musik Tabea und Tobias Wollner machen Kunst aus der Kunst. Sie reißen sich Lieder unter den Nagel, fragen nicht lange, wie alt sie sind oder woher sie kommen, machen sie sich hörig, und man könnte sagen, es entstehen dadurch echte Wollner. Sie spielen mit diesen Liedern, wie zum Beispiel mit der "schönen Müllerin", verführen sie durch die musikalischen Zeiten und Welten. Aus der Kunst Kunst zu machen, bedeutet bei den Geschwistern natürlich ironische Brechung. Todernst sind sie komisch - die Musik beherrschen sie virtuos. Kein Wunder, haben sie letztere doch nicht nur jahrelang studiert, sondern wie sie sagen im Bauche der Mutter bereits praktiziert. Mit ihrem Bella-Molinara-Programm, das anspruchsvoll und trotzdem extrem unterhaltsam daherkommt, begeistern sie immer wieder ihr Publikum. Kein Wunder, wenn zwei diplomierte Sänger äußerst wandlungsfähig ans Werk gehen. [zurück]



"... weil ich hier bleiben muss" Ein Wendeprogramm von Tabea und Tobias Wollner


[zurück]


Diese Seite ist optimiert für den IE 6.0 und eine Auflösung von 1024 x 768 Bildpunkten